Astaxanthin und andere Carotinoide

Von Wilfried Dubbels

Astaxanthin ist ein Carotinoid. Carotinoide verleihen den Früchten und dem Gemüse kräftige Farben. Man teilt sie in zwei Gruppen auf: In die Carotine und die Xanthophylle. Zu den Carotinen gehören beispielsweise das Beta-Carotin aus Karotten sowie das Lycopin aus Tomaten. Zu den Xanthophyllen gehören das Lutein und Zeaxanthin sowie das Astaxanthin.                          

Astaxanthin ist im Vergleich zu den anderen Carotinoiden mit Abstand am stärksten antioxidativ wirksam und im Vergleich mit Vitamin E zeigte sich, dass Astaxanthin als Radikalfänger fast 20mal besser wirkte als Vitamin E, über 50mal besser als Beta-Carotin und über 60mal stärker als Vitamin C.

 

Astaxanthin kommt natürlicherweise besonders häufig in Algen vor. Wenn nun andere Tiere diese Algen in großen Mengen fressen, reichert sich das Carotinoid in ihrem Körper an. Sie werden dann rosa. Das ist z. B. bei Lachsen der Fall. Lachse enthalten die höchste Astaxanthin-Konzentration. Der rote Stoff konzentriert sich in ihren Muskeln und gibt ihnen die Kraft, stromaufwärts zu schwimmen.

Könnte dieser Stoff womöglich auch dem menschlichen Muskel Kraft und Ausdauer verleihen. Ja, durchaus möglich! Zumindest die Triathleten schwören darauf! Aber erwiesenermaßen können Antioxidanzien unter Umständen auch dem Körper schaden, indem sie selbst oxidativen Stress auslösen, anstatt diesen auszuschalten oder indem sie das Gleichgewicht der freien Radikale stören, wie es bei den antioxidativen Vitaminen der Fall ist. Diese Nebenwirkungen wurden bei den Antioxidanzien Beta-Carotin, Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E beobachtet. Die sog. Finnland-Studie erregte vor einigen Jahren beispielsweise Aufsehen. Dort sollten starke Raucher mit Beta-Carotin vor Lungenkrebs geschützt werden. Das Gegenteil war der Fall. Die Krebsrate stieg sogar noch.

            

Beim Astaxanthin natürlichen Ursprungs konnten aber keine prooxidativen Vorgänge nachgewiesen werden. Astaxanthin natürlichen Ursprungs wird aus der Mikroalge extrahiert. Der Gesamtkomplex, den die Alge bildet, um zu überleben, enthält nicht nur Astaxanthin, sondern auch Lutein, Beta-Carotin und Canthaxanthin. Die Begleitstoffe wirken synergistisch, verstärken also die Wirkung des Astaxanthins und machen somit aus natürlichem Astaxanthin ein weitaus effektiveres und sicheres Antioxidans als es synthetisches Astaxanthin ist, da es die Radikale kaskadenartig entschärft. Dennoch sollte man im Kopf behalten, dass starke Antioxidanzien auch Anpassungsvorgänge an das Training ausbremsen können, wenn sie regelmäßig genommen werden. So wurde erst kürzlich wieder in einem Bericht von Troy Merry und Michael Ristow vom „Swiss Federal Institute of Technology“ in Zürich darauf hingewiesen, dass antioxidative Supplemente die Trainingsfortschritte negativ beeinflussen können. Antioxidative Supplemente beeinträchtigen die Bildung von Blutgefäßen, die Insulinsensivität, die Immunabwehr, Anpassung der Zellenausdauer und auch die Muskelhypertrophie, wenn sie über einen längeren Zeitraum genommen werden. Aus diesem Grund kann die langfristige Einnahme von antioxidativen Supplementen den Sportlern eher schaden als nützen. Es ist nicht sinnvoll, den Fokus auf einzelne Nährstoffe mit antioxidativer Wirkung zu legen. Positive Effekte zeigen sich nur bei einem definierten Mangel. Eine Aufnahme über die Schwellenkonzentration hinaus bleibt ohne zusätzlichen Effekt und kann sogar ungünstige Wirkungen auslösen. Günstige Langzeiteffekte sind nicht für einzelne Nahrungsbestandteile belegt, sondern nur für gut ausgewogene Ernährungskonzepte, die das komplette Spektrum antioxidativer Nährstoffe abdecken!

 

Einen Kurzzeiteffekt kann man aber durchaus mit Astaxanthin erwarten. Daher ist Astaxanthin auch für die Wettkampfvorbereitung von Bedeutung. Dazu reicht es, Astaxanthin einige Tage vor dem Wettkampf und am Wettkampftag zu nehmen. Auf diese Weise wird der Körper vor Überforderung und Stress, insbesondere in Ausdauersportarten, geschützt. Marathonläufer und Triathleten profitieren von der Einnahme. Der Trainingseffekt (Anpassungsvorgänge) ist dann nicht von Bedeutung. An diesem Tag zählt nur die Trainingsleistung!       

 

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