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Lockdowns alternativlos?

Die Lockdowns waren nicht alternativlos, sondern einfallslos!

Eine kritische Analyse der Pandemiebewältigung in Deutschland

Von Wilfried Dubbels

„Die Bundesregierung hat mit ihren Lockdown-Maßnahmen unangemessen auf die bedrückende Situation der Corona-Pandemie reagiert. Sie hat es 2020 versäumt, sich mit gezielten Präventionsmaßnahmen auf den Herbst und Winter vorzubereiten. Stattdessen beobachtet man seit fast anderthalb Jahren eine sich ständig verlängernde Aneinanderreihung von „Mini-Lockdown“, „Brücken-Lockdown“ und „Lockdown-light“  mit Nachbesserungen und eingebauter „Bundesnotbremse“, die nur zu unbefriedigenden Erfolgen führten.“ So lautet  das Urteil einer Gruppe von Wissenschaftlern, das in einem Thesenpapier von Prof. Dr. med. Schrappe et. al. veröffentlicht wurde. „Die Lockdown-Politik ist gerade für die vulnerablen Gruppen wirkungslos. Anstatt möglichst jegliche Kontakte zu verbieten, hätte man zum Schutz vulnerabler Personen lückenlose Tests dort durchführen sollen, wo die meisten Todesfälle und Schwerstfälle auftraten. Zwei Drittel der Corona-Toten betrafen Altenheime, obwohl nur ein Prozent der Bevölkerung in Altenheimen lebte! Daher hätten die Schwerpunkte auf Altenheime und auf Kliniken gelegt werden sollen, die durch tägliche Kontakte zur Brutstätte  wurden, da dort nicht lückenlos getestet wurde. Weitere Risikopersonen hätten über den ambulanten Pflegedienst ermittelt werden können. Dazu hätte man nicht ein ganzes Land lahmlegen müssen. Durch Einhaltung von Hygienemaßnahmen beim Rest der Bevölkerung wäre die Balance zwischen Gesundheit und Wirtschaft gewährleistet gewesen.

Leider wurde bis jetzt jegliche Kritik vieler Wissenschaftler an den Strategiemaßnahmen arrogant abgeschmettert. Ich vermisse, dass endlich auch alternative Strategievorschläge von unabhängigen Wissenschaftlern und nicht nur von der Leopoldina und den Modellrechnern berücksichtigt werden. Wie Sie vielleicht wissen, wollte Frau Dr. Merkel weder die Professoren Kekule, Streeck noch Stöhr bei den Beratungen dabei haben, sondern nur Wissenschaftler, die mit ihr konform gehen! Deshalb wurde auch der Vorschlag von Bürgermeister Tschentscher abgeschmettert, Kekule et al. bei den Beratungen zu berücksichtigen! Wir erinnern uns noch an die Heinsberg-Studie, deren Ergebnisse so gar nicht in das Konzept der Bundesregierung passte. Modellprojekte in Tübingen und Rostock sowie das“ Tim Bendzko Konzert“  wurden von Lauterbach als „Jugend forscht Projekte“ abgetan anstatt weiter zu forschen, die Ergebnisse auszuwerten und die Erkenntnisse zu nutzen. Weitere Beispiele gezielter Abwehr korrigierender Maßnahmen und Diffamierungskampagnen gegen andersdenkende Wissenschaftler und Politiker findet man im Internet und die Reaktion auf die Aktion “Allesdichtmachen” der Künstler bestätigt im Grunde genommen genau das, worauf man aufmerksam machen wollte: Jeder, der die Corona-Maßnahmen kritisiert, wird als Corona-Leugner diffamiert und in die rechte Ecke gestellt. Die Maßnahmen der Bundesregierung waren chaotisch, widersprüchlich, teilweise sogar kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar. Skandalös fand ich die Forderung eines SPD-Politikers, ein Berufsverbot für die betreffenden Schauspieler auszusprechen! Das zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland. Wurde die Aktion absichtlich missverstanden? Niemand wird doch allen Ernstes Jan Josef Liefers in die rechte Ecke stellen wollen oder ihm unterstellen, dass er Intensivpatienten verhöhnen wolle. Ganz im Gegenteil: Mit gezielten Maßnahmen hätten schwere Verläufe mit Todesfolge sogar verhindert werden können. (s.o.).        

 

Wir erleben aktuell eine Vermengung von Politik und Wissenschaft wie ich sie vor der Pandemie für kaum möglich gehalten hätte. Ich hoffe die Wissenschaft steht für ihre Prinzipien endlich auf und lässt sich nicht durch den Druck von Politik und Medien manipulieren.

Ich weiß, wer die Grundlagen der aktuellen Politik auf ihren Tatsachengehalt „abklopft“, macht sich angesichts der gigantischen Auswirkungen der Corona-Politik nicht gerade beliebt. Es geht um sehr viel Geld und Macht.   

  

Leider gab es nicht nur Corona-Opfer, sondern auch Corona-Maßnahmen-Opfer. Die Strategiemaßnahmen unserer Regierung waren unverhältnismäßig und bekämpften den Menschen, aber nicht das Virus. Kollateralschäden- und nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesundheitliche- wurden billigend in Kauf genommen.

 

Statt nachvollziehbarer Maßnahmen wurde mit „Worst Case Szenarien“ weiterhin Angst und Panik verbreitet. Lauterbach prognostizierte wegen der Indischen Mutante eine 500er  7-Tage-Inzidenz und die Modellrechner gar eine 2000er 7-Tage-Inzidenz für den Monat Mai. Nichts davon ist eingetroffen. Die Lage hat sich nach und nach entspannt- nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa- völlig unabhängig davon, welche Maßnahmen ergriffen wurden. In den kommenden Sommermonaten wird die Inzidenz wegen der vollen Stadien während der Europameisterschaft im Fußball und anderer europaweiter Lockerungen wieder ansteigen, aber mit zunehmender Durchimpfung wird sich die Inzidenz von der Anzahl der Covid-19 Erkrankten und der Intensivpatienten entkoppeln. Spanien erreicht inzwischen fast eine 7-Tage-Inzidenz von 300, hat aber halb so viel Corona-Tote zu beklagen.        

 

In Spanien fragt man sich, weshalb in Deutschland trotz geringer Inzidenz immer noch so viele Covid-19 Todesfälle gemeldet werden, während sich die Covid-19 Todesfälle in Spanien bereits seit Mai im zweistelligen Bereich befinden. Wird in Deutschland anders gezählt als in Spanien oder wurde in deutschen Kliniken übertherapiert? „Es geschehen seltsame und unverständliche Dinge bei den Intensivstationen“, berichtete der Gesundheitsökonom und Mediziner Prof. Dr. med. Schrappe in der „Welt“ und machte damit eine Anspielung auf die Glaubwürdigkeit der veröffentlichten  Zahlen des DIVI -Intensivregisters. Die Zahlentricksereien ziehen sich als roter Faden von Anfang an als Konzept durch die Krise. Erst ging es angeblich nur darum, eine Lage wie z.B. in Italien zu verhindern, dann war die Verdopplungszahl der Infektionen der entscheidende Faktor, danach die Reproduktionszahl, dann die Anzahl der Neuinfektionen und darauf die Inzidenz und der angebliche Mangel an Intensivbetten (mehr dazu am Ende des Beitrags).   

 

Wir haben alle Fehler gemacht, aber die Spanier haben aus ihren Fehlern gelernt, während Deutschland den Fehler im Herbst und Winter 2020/2021 beging, den die Spanier in der ersten Welle 2020 begangen haben: Sie haben mit unangemessenen Maßnahmen übertrieben und nicht zielgerichtet gehandelt!

WHO-Experte David Nabarro wirft den Europäern Nachlässigkeit vor. Lockdowns schränken "das wirtschaftliche und soziale Leben extrem ein" und würden langfristig wenig bringen. Des Weiteren hat die WHO im Januar 2021 die Aussagekraft der PCR-Testmethode relativiert, auf die sich im Grunde genommen alle Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus stützen! Kritisch äußerte sich auch Prof. Rene‘ Gottschalk zum Gleichsetzen von PCR-positiv Getesteten mit infektiologischen Fällen, die in der Statistik des RKI gezählt werden. Ihm sei es ein Rätsel, wieso das RKI seine Zählweise geändert habe. Influenza-Erkrankte werden ja schließlich auch anders gezählt! Sogar Olfert Landt, der Hersteller von dem „Drosten Test“ bestätigt, dass nicht jede positiv auf das Coronavirus getestete Person auch ansteckend ist. „Wir wissen, dass Menschen  mit einer geringen Viruslast nicht infektiös sind“, sagt Landt. Der Hersteller der PCR-Tests glaubt, dass schätzungsweise die Hälfte aller positiv getesteten Personen nicht infektiös seien. Ein PCR-Test ohne standardisierten Grenzwert für den Vervielfältigungsfaktor (ct-Wert) weist lediglich DNA-Sequenzen nach, aber nicht infektiöses Material und auch keine Erkrankung. Dies kann nur mittels eines Virusnachweises in der Zellkultur erfolgen. Die Bezeichnung „Neuinfektion“ suggeriert aber genau das.

Davon abgesehen ist jedes Testergebnis nur eine Momentaufnahme. D.h. selbst wenn 1,4 Millionen Tests pro Woche durchgeführt werden, werden über 82 Millionen Bürger nicht getestet. Man kann daher davon ausgehen, dass die Zahl der tatsächlichen sog. „Neuinfektionen“ und der hoch gerechneten 7-Tage-Inzidenz nicht vom PCR-Test abhängt, sondern von der Dunkelziffer bestimmt wird! Dennoch begründet man die Maßnahmen gegen Covid-19 nach wie vor mit diesen Zahlen, obwohl ein Großteil davon für die Pandemiebekämpfung völlig irrelevant ist.

 

Ohne Angabe der standardisierten Bezugsgrößen sind sowohl die sog. Neuinfektionen (ct-Wert) als auch der Inzidenzwert (Anzahl PCR-Tests) nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Durch Erhöhung bzw. Erniedrigung des ct-Werts und der Anzahl der PCR-Tests sind die Zahlen beliebig nach oben und unten manipulierbar! Transparenter wäre es, sich an der Positivrate der SARS-CoV-2 Kontakte zu orientieren. Für die Positivrate der Kontakte ist weder der ct-Wert noch die Anzahl der PCR-Tests von ausschlaggebender Bedeutung. Das Ergebnis wird lediglich aussagekräftiger und exakter je mehr Tests man durchführt! Mit dem Hinweis, dass ein positiver Test nicht unbedingt gleichbedeutend sein muss mit einer Erkrankung bzw. Ansteckungsgefahr, wäre die Aussage transparent und wissenschaftlich haltbar! Das heißt mit anderen Worten: Die Zahlen mit denen die Politik ihre Eindämmungsmaßnahmen auch jetzt noch begründet, stehen auf sehr wackligen Beinen!       

 

Kleinere Lockdowns mit Nachbesserungen nach der Heckenschnittmethode sind noch weniger wirksam und sogar kontraproduktiv, da hierbei die Kollateralschäden nicht berücksichtigt werden! Wenn Lockdown, dann kurz, heftig und unverzüglich! Zero-Covid weltweit ist leider nur eine Illusion! Die Erfahrungen und Fakten sprechen dagegen, wenn man sich nicht sofort abschottet. Ist die Büchse der Pandora erst geöffnet, dann ist es zu spät dafür! Bis jetzt gelten weltweit lediglich die Pockenviren als besiegt. Ab der Entwicklung des Pocken-Impfstoffs durch Edward Jenner im Jahr 1796 dauerte es noch fast zwei Jahrhunderte bis zur Eradikation der Krankheit und selbst Polio ist noch immer nicht vollständig ausgerottet und die Röteln gelten in Deutschland auch erst seit 2020 als eliminiert. 

 

Also machen wir uns nichts vor. Die Coronaviren werden uns noch Jahrzehnte verfolgen. In den Wintermonaten treten sie saisonal stärker auf. Durch Mutationen werden sie versuchen, sich im menschlichen Organismus zu vermehren. Je infektiöser das Virus wird, desto weniger aggressiv wird es in der Regel sein (siehe Prof Streeck). Kommentar von Prof. Kekule: „Ausnahmen sind zwar nicht ausgeschlossen, aber Viren werden tendenziell ungefährlicher! Daher verstehe ich nicht die Aufregung in den Medien über die verschiedenen Mutanten. Die Politik nutzt das Argument der Gefahr durch Mutationen gerne, um von eigenen Versäumnissen abzulenken.“ Das Virus hat inzwischen ca. 6000 Mutationen durchlaufen und wird eines Tages nur noch Bagatellinfektionen induzieren (Schnupfen). Deshalb müssen wir uns mit den Viren arrangieren! Das sagte Prof. Hendrik Streeck bereits im Frühjahr 2020.   

 

Zero-Covid ist keine Lösung, denn Zero-Covid ist nur durch weltweiten kollektiven Selbstmord erreichbar. Im toten Organismus kann sich das Virus nicht mehr vermehren!

Leider wird uns auch die Impfung nur bedingt Freiheit zurückgeben. Durch Escape-Mutationen wird das Virus versuchen, dem Impfstoff „davonzulaufen.“ Vermutlich werden wir uns alle Jahre wieder aufs Neue impfen lassen müssen, wie es bei den Grippeviren der Fall ist. Eine Herdenimmunität wird auch nicht durch einen Impfstoff erreicht werden, da sich die Hülle des SARS-Cov-2-Virus durch Mutationen laufend verändern wird. Aber durch die Impfung könnten schwere Verläufe verhindert werden und allein das könnte bereits der Game-Changer sein. Fatal finde ich jedoch, dass die Erwartungshaltung in den Impfstoff durch Politik und Medien so hochgeschraubt wurde, dass große Enttäuschungen dennoch vorprogrammiert sind.

 

Deshalb brauchen wir jetzt zusätzlich zur schnellen Durchimpfung einen langfristigen Pandemieplan. Der Sommer bietet sich an, gute und nachhaltige Konzepte für den Umgang mit dem Corona-Virus zu entwickeln, denn das Corona-Virus wird weder  im Herbst noch im nächsten Jahr verschwunden sein! Mit angezogener Handbremse wird die Wirtschaft nicht wieder anspringen. Deshalb müssen auch Großveranstaltungen unter kontrollierten Bedingungen sowohl im Außenbereich als auch in geschlossenen Räumen mit guter Be- und Entlüftung wieder erlaubt sein!  

Einen Mangel an Intensivbetten wird es in Deutschland nicht geben und einen Mangel an Intensivbetten, wie in den Medien häufig behauptet wurde, hat es auch niemals gegeben. Einen Mangel an betreibbaren Intensivbetten schon. Was nützt es, wenn Tausende von Betten und Beatmungsgeräten ungenutzt in der Ecke stehen, da das Personal dafür fehlt! Prof. Dr. Schrappe und andere Ärzte und Wissenschaftler unterstellen den Betreibern gar Subventionsbetrug. Hat es die 6-7 Tausend Betten, die auf dem Papier von heute auf morgen laut DIVI-Angaben verschwunden sind, überhaupt gegeben? Die Welt veröffentlichte zu diesem Thema einen ausführlichen Beitrag unter dem Titel „Es geschehen bei den Intensivstationen seltsame, unverständliche Dinge.“ Schrappe monierte außerdem, dass in Deutschland Ende April 2021 über 60 Prozent der am Coronavirus Erkrankten in den Krankenhäusern auf der Intensivstation behandelt wurden, dagegen in der Schweiz nur 25 Prozent und in Italien bloß 11 Prozent. Dieser Umstand lasse ihn vermuten, dass die Krankenhäuser sich an Gewinnmaximierung versucht haben könnten. Gemäß dem Umstand, dass ein Intensivbett mehr Erlös als ein Normalbett bringe. Oder aber die Kliniken legen die Patienten ohne zwingende Notwendigkeit gleich auf die Intensivstation, weil es logistisch einfacher sein könnte. Ein weiterer Grund könnte aus meiner Sicht sein, dass die Patienten durch die Angststrategie von Politik und Medien dermaßen sensibilisiert wurden, dass sie eher ein Krankenhaus aufsuchten. Der Bundesrechnungshof fordert Aufklärung!

Wie dem auch sei: Solange das Personalproblem in den Kliniken und Seniorenheimen nicht als das Kausalproblem erkannt wird, werden wir auch im kommenden Winter wieder da stehen, wo wir im letzten Winter standen, denn die nächste Variante ist bereits auf dem Vormarsch. Bevor wieder viel Geld in die Automobilbranche und andere Großkonzerne gepumpt wird, sollte viel Geld in die Hand genommen werden, um für die Pflegekräfte und Intensivmediziner den Beruf attraktiver zu gestalten. Ich bin gespannt, wie die Politik die Zeit der Sommermonate nutzen wird.     

 

Abschließend mein Rat an die Politiker:

Mit Angst lässt sich zwar gut Politik machen, aber mit Angst lässt sich keine gute Politik machen und mit Intransparenz und Halbwahrheiten zerstören Sie das Vertrauen der Bürger in die Politik!   

 

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Wilfried Dubbels

 

 

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